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Ein Veggie-Tag bereichert den Speiseplan, schont die Haushaltskasse und ergänzt Gerichte saisonal mit frischem Gemüse. Gemüse füllt den Magen und ist für eine Abspeck-Diät nur bedingt geeignet. Auch als Grundnahrungsmittel kann Gemüse zu einer artgerechten Ernährung wenig beitragen. Der Genuss am Essen bleibt auf der Strecke und das Sättigungsgefühl ebenso.

Neben einigen Vitaminen und Mineralstoffen enthält Gemüse (wie alle Pflanzen) überwiegend Faserstoffe, Ballaststoffe und Wasser. Für Pflanzenfresser absolut notwendig und geeignete Nahrung. Doch das gilt nicht für uns: Evolutionsbiologisch betrachtet hat unser Organismus damit einige Probleme, denn wir sind keine reinen Pflanzen(fr)esser.

Ballaststoffe sind für unseren Organismus weitgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile, meist Polysaccharide, also Kohlenhydrate, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Sie kommen unter anderem in Getreide, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten vor. Man unterscheidet zwischen wasserlöslichen Ballaststoffen (wie Pfeilwurzelstärke) und wasserunlöslichen (zum Beispiel Cellulose). Faserstoffe und lösliche Ballaststoffe sind in kleinen Mengen vertretbar, sofern man eine intakte Darmflora besitzt. Bei vielen Menschen ist das aber nicht der Fall. Dann führen diese Faserstoffe zu Problemen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Insbesondere wenn nicht genug Flüssigkeit getrunken wird. Die Faserstoffe verkleben dann den Dickdarm und entziehen ihm weitere Flüssigkeit. Eine ballaststoffreiche Ernährung bringt keinen Gewinn, es sei denn bei einer chronischen Verstopfung, die man aber prinzipiell durch eine Kohlenhydratbeschränkung vermeiden kann.

Rohkost ist schwerer verdaulich, als gekochtes Gemüse. Auch wenn der grüne Salat aus dem Garten so gut schmeckt: Er ist eher eine geschmackliche Delikatesse, als ernährungsbiologisch wertvoll. Ausschließlich pflanzliche Rohkost erzeugt Mangelerscheinungen bei Kindern. Zur besseren Verwertung der Vitamine sollte immer eine ausreichende Fettmenge zugegeben werden, damit die fettlöslichen Vitamine überhaupt aufgenommen werden können.

Um möglichst verträgliches Gemüse zu wählen, sollten blähende Sorten gemieden werden. Kohlgemüse, Kreuzblütengewächse und Nachtschattengewächse sollten nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen. Besonders kritisch sind -neben Getreide- auch Hülsenfrüchte, wie Linsen, Soja, Lupinen, Bohnen und Erbsen *(Lektine/ Phytoöstrogene). Hülsenfrüchte enthalten ein breites Spektrum von Giftstoffen, die unverdaulich sind und den Darm schädigen. Zudem erreicht die Wertigkeit von pflanzlichem Eiweiß nicht die tierischen Ursprungs.

Das Spinat viel gesundes Eisen liefert, hat sich inzwischen als Fehlbehauptung herausgestellt, da bevorzugen wir eher  Gemüse aus Brennesseln.  Der Oxalgehalt in Spinat, Rote Beete oder Süßkartoffeln lässt sich durch Kochen reduzieren, vorausgesetzt, man schüttet das Kochwasser weg. Lektine, die die Pflanze als Schutz gegen "Feinde" entwickelt hat, sitzen meist in den Randschichten (auch im Getreidekorn und Reis) und können durch schälen entfernt werden.

Wer dennoch auf die tägliche Portion Gemüse nicht verzichten mag, der sollte es mit Bedacht wählen. Dass es möglichst frei von Pestiziden sein sollte, möglichst saisonal und aus der Region, versteht sich von selbst. 

*Lektine kommen -mehr oder weniger-  in allen Pflanzen und Gemüsen vor. Sie sind sozusagen die natürliche Abwehr der Pflanze gegen Fremdfraß vor Käfern und Raupen. Phytoöstrogene bringen unseren Hormonhaushalt durcheinander.

Unser Senf dazu:

Wenn Sie persönlich kein Gemüse mögen, ist das nicht weiter tragisch -solange Sie kein Veggie sind ;-)

Und wenn Ihnen Gemüse schmeckt, dann finden wir das auch gut. Fermentiert, gedünstet, gebraten oder in Knochenbrühe gekocht, mit Weidebutter, in Schmalz oder in einer Sahnesauce schmeckt Gemüse noch besser, sättigt endlich und  ist dann auch ernährungsbiologisch ok ;-)

 

 

Quellen:

L.Cordain: Das Getreide/ Dr.med.W.Lutz: Kranker Magen, kranker Darm 

http://diagnosisdiet.com/food/vegetables/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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